Category Archives: Öko und Wohnen

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Studie TU Darmstadt: Empfehlungen für effiziente und sozialverträgliche Gebäudesanierung

tud_logo_web_druckDarmstadt, 26. März 2015. Fassadendämmung, neue Heizung, bessere Fenster: Nicht jede empfohlene und geförderte Maßnahme zur energetischen Sanierung ist für jedes Gebäude sinnvoll. Ein interdisziplinäres Team der TU Darmstadt stellt die Energiepolitik auf den Prüfstand und arbeitet im Rahmen einer Studie an Empfehlungen, an denen sich Besitzer kleiner wie großer Immobilien orientieren können. Das Ziel: mit möglichst geringen Kosten einen möglichst großen Beitrag zum Klimaschutz zu erzielen.

Auf Gebäude entfallen rund 40 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der hierzulande verursachten CO2-Emissionen. Die energetische Sanierung des Gebäudebestandes ist somit der wichtigste Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Klimaschutz. Dennoch werden nur etwa 0,8 Prozent der Gebäude jährlich energetisch saniert und damit deutlich weniger als die 2,2 Prozent, die nötig wären, um die CO2-Emissionen im Gebäudesektor schnell und bedeutend zu reduzieren. Die Ursache liegt im gegenwärtig verfolgten Ansatz der Politik. Er ist darauf ausgerichtet, bei jeder Gebäudesanierung das Maximum an Energieeinsparung zu erzielen. Damit allerdings sind sowohl Eigentümer als auch Nutzer häufig finanziell überfordert, so dass viele prinzipiell mögliche Sanierungen aus wirtschaftlichen Gründen unterbleiben. Darüber hinaus stellen Eigentümer und Nutzer diejenigen Maßnahmen in Frage, die die Wohnqualität beeinträchtigen oder gar zu beträchtlichen Problemen der Behaglichkeit oder des Raumklimas und zu Bauschäden wie zum Beispiel Schimmel führen können. wei­ter­le­sen →

Energetische Gebäudesanierung? Ja, bitte!

Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine Politik, die für einen schonenden Umgang mit Ressourcen eintritt. Im Gebäudebestand geht es um Fördermaßnahmen, Beratung, Informationen und Motivation, aber auch eine moderne Weiterentwicklung des Ordnungsrechts etwa der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Mietrechts. Ziel muss ein klimaneutraler Gebäudebestand bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts sein.

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Andreas Otto

Senat hat keinen Plan zur Asbestsanierung

Andreas OttoAndreas Otto, Sprecher für Bauen und Wohnen, sagt anlässlich der Beantwortung einer kleinen Anfrage zum Thema Asbest in Berliner Gebäuden:

Der Senat hat keinen Überblick über die Asbestbelastung der Berliner Wohnungen. Wir fordern eine Bestandsaufnahme der betroffenen Häuser, ein Schadstoffkataster und vor allem einen langfristigen Sanierungsfahrplan für den Berliner Gebäudebestand.

Der Senat hat offenbar nur Informationen zur Asbestbelastung von Wohngebäuden, die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften gehören. Die 48 000 Wohnungen mit mutmaßlich asbesthaltigen Fußbodenplatten sind aber nur ein Teil der Wohnungen, die ein Gefahrenpotential aufweisen können. Über private Wohnungen weiß der Senat offenbar nichts. Nicht einmal die durch rot-rot verkauften 10 000 Wohnungen der GSW, die im Jahre 2000 noch als belastet eingestuft wurden, werden erwähnt.

Der Senat macht es sich zu leicht mit dem Hinweis, private Eigentümer sollten sich sachkundig machen und die Mieterschaft informieren.

Auch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften haben ihre Mieterschaft erst nach mehreren Gerichtsurteilen über Asbestgefahren informiert. Das ist kein gutes Vorbild.

Der Senat muss handeln und selbst aktiv werden. Die Gesundheitsgefahren durch Asbest in Wohngebäuden müssen langfristig beseitigt werden. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme, die sich nicht auf die landeseigenen Wohnungen beschränken darf.

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Gutachten: Energetisches Bauen und Sanieren lohnt sich

Steigende Energiekosten auf der einen Seite, aber auch die derzeit günstigen Finanzierungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass sich die energetische Sanierung zunehmend lohnt. Die Förderung der KfW loht sich nicht nur für die „Geförderten,“ auch für die öffentlichen Haushalte profitieren. Die Einnahmen aus Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen übersteigen das Fördervolumen bei weitem. „Für jeden eingesetzten Förder-Euro erhalten die öffentlichen Haushalte damit vier bis fünf Euro zurück.“ Dies bestätigt das Gutachten: »Wirkungen der Förderprogramme „Energieeffizientes Bauen“, „Energieeffizient Sanieren“ und „Energieeffiziente Infrastruktur“ der KfW auf öffentliche Haushalte: Förderjahr 2011«, dass das Forschungszentrum Jülich im Auftrag der KfW Bankengruppe erstellt hat.

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Metropolenkongress – Grüne Stadt der Zukunft

Auf dem Metropolenkongress wollen wir die städtische Zukunftsfelder zur diskutieren, energetische Stadterneuerung, soziale Stadt im Klimawandel, zukunftsfähige Wirtschaft & Mobilität in der Stadt, Bürgerbeteiligung & demokratische Stadtentwicklung sowie städtisches Ressourcenmanagement.

Vor welchen Problemen stehen wir, welche Lösungen und Chancen ergeben sich daraus?

Der Kongress findet im Deutschen Bundestag statt, dazu ist eine Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen gibt es hier.

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BDK-Antrag: “Wohnraum in Deutschland zukunftsfähig machen”

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Planen Bauen Wohnen stellt auf dem Bundesparteitag der Grünen im November den Antrag: “Wohnraum in Deutschland zukunftsfähig machen – Für ein sozial gerechtes und klimafreundliches Mietrecht”

2009 wurde in Berlin der Beschluss gefasst, dass die Bundestagsfraktion, die BAG und der Bundesvorstand ein Konzept für die Weiterentwicklung des Mietrechts vorlegen.

Landesdelegiertenkonferenz am 5. Juni mit Thema Wohnungs- und Mietenpolitik

stadtfueralle_02Am 5. Juni wird Bündnis 90/ Die Grünen Berlin auf einer Landesdelegiertenkonferenz die Wohnungs- und Mietenpolitik als ein soziales Schwerpunktthema befassen.

Dazu hat der Landesvorstand einen Leitantrag in Zusammenarbeit mit den Fachpolitikern und unter Berücksichtigung vieler Vorschläge vom Mietenkongress 2010 gefertigt.

Der Antrag setzt vier Schwerpunkte: Neben einer Verschärfung der Regelungen des Mieterschutzes beinhaltet der Antrag Vorschläge für eine sozial verträgliche energetische Gebäudesanierung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Neujustierung des Umgangs mit den Wohnungen in landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, auch wird in diesem Teil der soziale Wohnungsbau thematisiert und Lösungen für den Umgang mit den Sozialwohnungen entwickelt.

Schließlich widmet sich ein weiterer Hauptteil der Frage, wie man mit den vorhandenen politischen Möglichkeiten mehr aktive Menschen unterstützen kann, Freiräume bei der Gestaltung des Wohnens zu schaffen oder zu sichern. Auch hier ist wie für jeden Teil ein Maßnahmenkatalog entwickelt worden.

Der Antrag nebst Änderungsanträgen und weiteren Anträgen zur LDK findet sich hier.

Gebäudesanierung und Europa??

Balken-Call-for-Papers03Wenn politische Probleme angegangen werden, sollte die europäische Brille für eine Betrachtung von möglichen Vorgaben und Lösungen keinesfalls vergessen werden – altes bündnisgrünes Stichtwort. Für den Mietenkongress belegt das der Beitrag „Ein grüner New Deal für energieeffizientes Wohnen – die Rolle der Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ von Reinhard Bütikofer.

In seinem Beitrag betrachtet er die Ziele und Wirkung der europäischen Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (GEEG, 2002/91/EG). Der Beitrag belegt an den Stichworten Klimawandel, Arbeitsmarkt und Geldbeutel, dass die Richtlinie zu zurückhaltend ist. Denn schon die Umsetzung der von der Richtlinie formulierten Ziele (annähernd Null Energie verbrauchende Gebäude) ist „alles andere als klar oder verbindlich und von Ausnahmen übersät“.

Der Beitrag rechnet vor, dass die jetztige “Sanierungs-Geschwindigkeit” von 1,5% der Gebäude pro Jahr eher von einer Verschleppung zu konstatieren ist – und die Sanierung des Gebäudebestandes damit über 100 Jahre dauern würde. Der Beitrag belegt dabei einen schweren Fehler der EU-Richtlinie: Sie umfasst die energetische Sanierung erst ab Gebäudegrößen ab 1000 qm: „Das ist fatal, bedenkt man, dass ca. 90 % der europaweiten Energie- und Kosteneinsparungen in Gebäuden unter 1000 m2 liegen.“.

Der Beitrag fordert die lokalen politischen Institutionen auf, mit einem höheren Anspruch aktiv zu werden und belegt die Notwendigkeit für ein solches Vorgehen – der Entwurf des Klimaschutzgesetzes der Umweltsenatorin Lompscher greift das jedoch bislang nicht auf.

Beitrag „Ein grüner New Deal für energieeffizientes Wohnen – die Rolle der Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ von Reinhard Bütikofer * Darstellung der Richtlinie und ihrer Wirkung aus Sicht der EU-Kommission * TAZ, 4.3.2010: “Lompscher schont Vermieter” * Tagesspiegel, 5.3.2010: “Kritikern ist das neue Klimaschutzgesetz zu lau” * Pressemitteilung Fraktion Bündnis 90/ Grüne Berlin, 4.3.2010: “Lompscher schafft das erste klimaschutzfreie Klimaschutzgesetz”