Monthly Archives: Juli 2013

Wie_ist_das-eigentlich_mit..

Warum die WIEDERvermietungsmieten so entscheidet sind

Wie_ist_das-eigentlich_mit..…Neuvermietung, Neuvertragsmieten, Wiedervermietungsmieten, hää?

Genaugenommen geht es nicht um Neuvermietung oder Neuvertragsmieten, sondern um Wiedervermietungsmieten. Was hat es mit dem Wortungetümen auf sich, wo liegt der Unterschied?

Es geht um die Wohnungen die wieder vermietet werden. Also um die, die schon da sind und in der Vergangenheit bereits vermietet wurden. Entscheidend ist das WIEDER! Neue Mietverträge für diese  Wohnungen, die es schon (lange) gibt, stehen unter keiner Regulierung. War die Miete vorher 5,- € kalt/m² kann dies durch den neuen Vertrag bzw. Mieter jeder beliebige andere Betrag sein (solange jemand da ist, der das zahlt). Es gibt also keine Obergrenze oder einen Bereich in welchem die Miete liegen muss.

Zwar gibt es den § 5 Wirtschaftsstrafrecht & § 291 Strafgesetzbuch, aber die Wirkung ist in der Praxis eher übersichtlich.

Diese neuen Mieten haben aber nicht nur für die, die den “neuen” Vertrag schießen Auswirkungen, sondern für alle. Der Mietspiegel berechnet sich nämlich genau aus diesen Mieten. Und wenn die hohen neuen, also Wiedervermietungsmieten, den Mietspiegel in die Höhe treiben, dann wird daraus die Mieterhöhung für die anderen. So sind es genau diese Mieten, die den Hauptfaktor der Mietsteigerungen ausmachen. wei­ter­le­sen →

Logo-Grüne-BTF

GRÜNE Bundestag zum: Armutsrisiko Wohnen

Logo-Grüne-BTFWohnraum wird vielerorts knapp und teuer. Das zeichnet sich schon seit mehreren Jahren ab und ist seit dem Immobilienbericht der Bundesregierung von 2011 sogar amtlich. Innerhalb nur eines Jahres sind laut Immobilienbericht die Mieten in vielen großen und mittleren Städten um bis zu 10 Prozent gestiegen. Das mit Abstand teuerste Gut der täglichen Versorgung wird damit für immer mehr Menschen unbezahlbar.

Jetzt wurde bekannt, dass in mehr als jeder zweiten größeren Stadt das Armutsrisiko von Kindern aufgrund der Mietpreise zunimmt. Aufgrund der hohen Wohnkosten bleibt vielen Familien deutlich weniger zum Leben übrig, als etwa Hartz-IV-EmpfängerInnen zusteht. Auch die Konzentration armer Familien in wenigen, abgehängten Quartieren und die Entfernung familiengeeigneter bezahlbarer Wohnungen vom Stadtzentrum nehmen zu. Das belegt die neue Studie der Empirica AG im Auftrag der Bertelsmann StiftungWohnungsangebot für arme Familien in Großstädten“.

wei­ter­le­sen →

Wie_ist_das-eigentlich_mit..

Wie können wir aus dem Mietspiegel was Vernünftiges machen?

Wie_ist_das-eigentlich_mit..…dem Mietspiegel?

Der (Qualifizierte) Mietspiegel ist eine Variante, die sog. ortsübliche Vergleichsmiete (§ 558 BGB) zu bestimmen. Da es die häufigste Methode ist, ist sie auch die bekannteste. Es geht aber immer um die ortsübliche Vergleichsmiete, insofern sind alle Varianten (z.B. Mietdatenbank) im gleichen Maße mitbetroffen.

Mit der schwarz-gelben Reform des Mietrechts, ist der ökologische Mietspiegel seit 1. Mai Pflicht. Denn neben Größe, Ausstattung und Lage gehört nun (endlich) auch die energetische Beschaffenheit dazu. Das ist wichtig, weil diese sich letztlich auf die 2. Miete – die Betriebskosten – auswirkt. Und was Nettokaltmiete + Betriebskosten ausmacht – muss letztlich bezahlt werden. Also eine sinnvolle Änderung (die Änderung ist natürlich schon vorher x-mal im Bundestag eingebracht worden und wurde von schwarz-gelb immer abgelehnt worden, aber trotzdem sinnvoll).

Nur was bringt das?

Das allein nicht so viel. Was viele nicht wissen, z.B. Berlin hat schon lange einen ökologischen Mietspiegel. Was zeigt, dass allein die energetische Komponente nicht viel hilft. Die Gestaltung, wie die energetische Komponente die Miete beeinflusst ist das entscheidende. Jedoch ist es Aufgabe der Städte das herauszufinden. Naja, gut gemeint ist halt nicht gut gemacht.

Was muss besser werden?

wei­ter­le­sen →

play_button_3D_audio_400px

Zwangsräumungen, Widerstand, Hausbesetzungen

play_button_3D_audio_400pxDie Folgen der geplatzten Immobilienblase in Spanien

Tagelöhner, Leiharbeiter, Zeitvertrag? Kein Problem – in Spanien wollten Banken lange Jahre kaum Sicherheiten sehen für private Darlehen. Sie verliehen sehr großzügig Geld zum Haus- oder Wohnungskauf. Boten sogar noch mehr Kredit an um gleich noch Auto und eine Reise zu finanzieren. Schließlich machten sie damit ja ihr Geschäft und fette Zinsen. Doch dann platzte die Immobilienblase in Spanien, und nun stehen Millionen SpanierInnen vor einem Haufen Schulden. Oder auf der Straße. Oder beides. Und die Banken wollen ihr Geld sehen. Zwangsräumungen gehören in Spanien heute zum Alltag – der Widerstand dagegen aber auch.

Der Aktivist Roger Sabà Riera war bei den großen Protesten der Indignados, der Empörten dabei – und auch bei der Besetzung der Plaça de Catalunya in Barcelona 2011. Er ist in sozialen Bewegungen und in der katalanischen Gewerkschaft COS aktiv. Kürzlich war er in Nürnberg und Heike Demmel sprach mit ihm über Immobilienschulden, Zwangsräumungen und Hausbesetzungen.

 

Quelle: freie-radios.net

Mehr Informationen bei der Plataforma de Afectados por la Hipoteca (PAH), (Plattform der von den Hypotheken Betroffenen).

187_argumente_cover

Ärger mit der Miete – Heute nicht besser als vor 150 Jahren?

187_argumente_cover

Wer kennt ihn nicht, den alten Satz: „Wer aus der Geschichte nicht lernt, der ist dazu verdammt sie zu wiederholen.“ Auch aus der Geschichte der Wohnungswirtschaft können wir einiges lernen. Mietsteigerungen, Wohnungsmangel und Spekulation sind schließlich keine Phänomene unserer Zeit. Nein, sie kamen immer wieder und Berlin stand immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens.

So führte die Spekulation mit Grund und Boden nach dem Deutsch-Französischen Krieg dazu, dass die Grundstückspreise explodierten und in dessen Folge auch die Mieten. Eines der Zentren dieser Spekulation war Berlin (bzw. das Gebiet des heutigen Berlins). Diese Steigerungen, die insbesondere von viele Berliner Arbeiterfamilien nicht mehr bezahlt werden konnte, drängte Tausende von ihnen über Nacht in die Obdachlosigkeit.

Wegen dieser Entwicklung bildeten sich Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Gruppierungen von Akteuren, die für den Bau von Wohnungen für breitere Schichten der Bevölkerung eintraten. Sie wollten mit einem nicht-gewinnorientierten Wohnungsbau, einen – wir würden heute sagen – Sozialen Wohnungsbau schaffen. Die Idee der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften mit freiwillig übernommenen Bindungen war geboren. Das erste gemeinnützige Wohnungsunternehmen war eine Baugenossenschaft, die der Sozialreformer Viktor Aimé Huber 1847 in Berlin gegründete. wei­ter­le­sen →