“Netto, kalt” – Teil 4: Gentrifizierung – wer verdrängt wen?

von Simon Grimm am 28.02.2013 um 19:45 Uhr

In den deutschen Großstädten wird derzeit viel von Gentrifizierung gesprochen. Welche soziale Dynamik dahinter steckt und wie man dagegen steuern kann, das erklärt Jürgen Friedrichs im Interview.

Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg hat es Mitte der 2000er Jahre schätzungsweise rund 40.000 Menschen gegeben, die jährlich dort hin- oder von dort weggezogen sind. So sind seit der Wende ungefähr 80 Prozent aller Einwohner neu hinzugekommen. Immobilien-Unternehmen haben im Prenzlauer Berg viel Geld investiert, um ganze Straßenzüge zu sanieren. Dadurch ist aus dem ehemaligen Arbeiterviertel ein wohlhabender Stadtteil geworden.

Jürgen Friedrichs Jürgen Friedrichs beschäftigt sich schon lange mit Gentrifizierung. Der Prenzlauer Berg in Berlin ist eines der am meisten genannten Beispiele, wenn man von Gentrifizierung spricht. Mit der zunehmenden Verstädterung, den ansteigenden Mietpreisen und dem Wohnungsmangel verändern sich Großstädte in ihrer sozialen Struktur. Bisweilen sehr schnell und radikal.

In Teil 4 unserer Serie „Netto, kalt – Wohnen in deutschen Großstädten“ hinterfragen wir, was Gentrifizierung ist und welche anderen sozialen Folgen Stadtentwicklungsprozesse haben. Darüber haben wir mit Jürgen Friedrichs gesprochen. Er ist Professor für Soziologie an der Universität Köln und befasst sich seit vielen Jahren mit stadtsoziologischen Fragen.

Quelle: http://detektor.fm