Senat hat keinen Plan zur Asbestsanierung

Andreas OttoAndreas Otto, Sprecher für Bauen und Wohnen, sagt anlässlich der Beantwortung einer kleinen Anfrage zum Thema Asbest in Berliner Gebäuden:

Der Senat hat keinen Überblick über die Asbestbelastung der Berliner Wohnungen. Wir fordern eine Bestandsaufnahme der betroffenen Häuser, ein Schadstoffkataster und vor allem einen langfristigen Sanierungsfahrplan für den Berliner Gebäudebestand.

Der Senat hat offenbar nur Informationen zur Asbestbelastung von Wohngebäuden, die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften gehören. Die 48 000 Wohnungen mit mutmaßlich asbesthaltigen Fußbodenplatten sind aber nur ein Teil der Wohnungen, die ein Gefahrenpotential aufweisen können. Über private Wohnungen weiß der Senat offenbar nichts. Nicht einmal die durch rot-rot verkauften 10 000 Wohnungen der GSW, die im Jahre 2000 noch als belastet eingestuft wurden, werden erwähnt.

Der Senat macht es sich zu leicht mit dem Hinweis, private Eigentümer sollten sich sachkundig machen und die Mieterschaft informieren.

Auch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften haben ihre Mieterschaft erst nach mehreren Gerichtsurteilen über Asbestgefahren informiert. Das ist kein gutes Vorbild.

Der Senat muss handeln und selbst aktiv werden. Die Gesundheitsgefahren durch Asbest in Wohngebäuden müssen langfristig beseitigt werden. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme, die sich nicht auf die landeseigenen Wohnungen beschränken darf.

Download (PDF, 191KB)