Verfall der Genossenschaften?

Balken-Call-for-Papers03Gleich zwei eingereichte Beiträge befassen sich mit dem Zustand der Genossenschaften, welche zum Bau und zum Erhalt preiswerten Wohnraums gegründet wurden. Beide Beiträge beschreiben den Zustand der Genossenschaften als nicht mehr an den eigentlichen Zielen orientiert. Der Beitrag von Caren Witte etwa bemängelt, dass die Nutzungsentgelte (in Genossenschaften statt der Miete zu zahlen) die gleichen Höhen erreicht haben, wie sie etwa Wohnungsmieten im Privatmarkt hätten. Damit wäre der positive Einfluss von Genossenschaften auf den Mietspiegel verkümmert, eine Mietendämpfung werde durch die Genossenschaften nicht mehr erreicht.

Die Initiative “Genossenschaften von unten” hat auf einer im Ergebnis ähnlichen Kritik einen Forderungskatalog in Bezug auf die innere und äußere Verfasstheit der Genossenschaften entwickelt. Maßgebliche Punkte sind die Stärkung der Mitgliederrechte, in Bezug auf Auskunft, Mitbestimmung und Teilhabe in der Genossenschaft, aber auch die Rolle der Vorstände und Aufsichtsräte.  Darüber hinaus ist es Anliegen der Autoren, die Genossenschaften wieder mehr auf ihren Gründungszweck zu orientieren – was etwa den Bau von Eigentumswohnungen ausschließt.

Caren Witte: “Genossenschaften – Kein Garant mehr für preiswerte Nutzungs-entgelte (Mieten)” * Initiative “Genossenschaft von unten”:  “Sind die Genossenschaften noch zu retten?”