Warum die WIEDERvermietungsmieten so entscheidet sind

Wie_ist_das-eigentlich_mit..…Neuvermietung, Neuvertragsmieten, Wiedervermietungsmieten, hää?

Genaugenommen geht es nicht um Neuvermietung oder Neuvertragsmieten, sondern um Wiedervermietungsmieten. Was hat es mit dem Wortungetümen auf sich, wo liegt der Unterschied?

Es geht um die Wohnungen die wieder vermietet werden. Also um die, die schon da sind und in der Vergangenheit bereits vermietet wurden. Entscheidend ist das WIEDER! Neue Mietverträge für diese  Wohnungen, die es schon (lange) gibt, stehen unter keiner Regulierung. War die Miete vorher 5,- € kalt/m² kann dies durch den neuen Vertrag bzw. Mieter jeder beliebige andere Betrag sein (solange jemand da ist, der das zahlt). Es gibt also keine Obergrenze oder einen Bereich in welchem die Miete liegen muss.

Zwar gibt es den § 5 Wirtschaftsstrafrecht & § 291 Strafgesetzbuch, aber die Wirkung ist in der Praxis eher übersichtlich.

Diese neuen Mieten haben aber nicht nur für die, die den “neuen” Vertrag schießen Auswirkungen, sondern für alle. Der Mietspiegel berechnet sich nämlich genau aus diesen Mieten. Und wenn die hohen neuen, also Wiedervermietungsmieten, den Mietspiegel in die Höhe treiben, dann wird daraus die Mieterhöhung für die anderen. So sind es genau diese Mieten, die den Hauptfaktor der Mietsteigerungen ausmachen.

Es ist aber nicht nur der Mietspiegel, die hohen Wiedervermietungsmieten treiben auch die Werte der Immobilien in die Höhe. Denn der Wert (einer vermieteten Wohnung) berechnet sich aus den erzielbaren Mieten. Was zur Folge hat, dass diese Mieten auch genommen werden “müssen”, sonst rechnet sich der Kaufpreis nicht und die Immobilie ist ein Minusgeschäft. Die fehlende Regulierung der Wiedervermietungsmieten führt unterm Strich in einen Teufelskreis, der immer höhere Mieten erzwingt – mit oder ohne entsprechende höhere Gegenleistung.

Und wie ist das bei Neubau?

Es heißt ja immer eine Mietpreisbremse würde den Neubau von Wohnungen, völlig unrentabel machen. Mir stellt sich da schon die Frage, warum es in den letzten zehn Jahren ohne eine Begrenzung der WIEDERvermietungsmieten keinen Neubau gab? Aber lassen wir das mal außen vor (genauso wie die Frage ob Neubau überhaupt der Schlüssel zum Erfolg wäre).

In wie weit wären denn neugebaute Wohnungen überhaupt betroffen? Gar nicht!

Es geht um die WIEDERvermietungsmieten, also gerade nicht die Neu- oder Erstvermietung. Das würde auch nicht funktionieren, denn der Mietspiegel erfasst keine Wohnungen die es nicht gibt oder die noch nie vermietet wurden und wo nichts ist kann auch nichts aneinander gekoppelt werden.

Und wie ist das mit Gebieten wo es zu viele Wohnungen gibt?

Da würde die Begrenzung nicht wirken, sie soll gelten wo Wohnraummangel herrscht und nicht Überschuss. Aber selbst wenn, es würde keine Rolle spielen. Im Wesentlichen aus zwei Gründen. Zum einen führt das Überangebot an Wohnungen zu eher stagnierenden Mieten. Zum anderen findet sich dort keiner, der bereit ist weit mehr Miete zu zahlen. Das ist wie beim Tempolimit, wenn mein Auto nur 100 km/h schnell ist, spielt es keine Rolle ob 130 km/h erlaubt ist oder mehr.

Deshalb sollen sich zukünftig die Wiedervermietungsmieten am Mietspiegel orientieren und max. 10% darüber liegen dürfen, zumindest dort wo Wohnraum Mangelware ist. Die 10% dürften in den meisten Fällen ohnehin deutlich über der letzten Miete liegen, die zuvor für dieselbe Wohnung bezahlt wurde – der Einschnitt ist also durchaus verkraftbar.

One reply

  1. Lotte sagt:

    Danke für die Erläuterung, für “unsere” Politiker ist es aber offensichtlich immer noch zu kompliziert. Oder sie wollen einfach nicht. Ich denke es ist letzteres, sicher sind da auch viele Deppen unterwegs, aber das alle Politiker und alle Mitarbeiter in den Ministerien zu blöd sind ist doch schwer zu glauben. Einige sind bestimmt auch gekauft, aber alle wohl kaum es sind doch zehntausende von Leuten – bleibt nur sie wollen einfach nicht!

Comments are closed.