Asbest – Senat muss endlich aufklären

Andreas Otto, Sprecher für Bauen und Wohnen, sagt zu Medienberichten über Asbest im Märkischen Viertel:

Auch 20 Jahre nach dem Verbot der Verwendung von Asbest hat der Senat keine Strategie für eine geordnete Sanierung und eine umfassende Bürgerinformation. Die Berichte über die Sanierungen im Märkischen Viertel, wo teilweise Asbestfasern in den Wohnungen verblieben sind, machen das erneut deutlich.

Der Senat muss sich dem Thema dringend stellen und endlich aufklären. Wir fordern eine umfassende Bestandsaufnahme bei allen Wohnungsunternehmen, einen Sanierungsfahrplan zur Beseitigung der Asbestbauteile aus Berliner Wohngebäuden und vor allem eine Kennzeichnung der belasteten Gebäude. Damit Informationen nicht verloren gehen ist ein Verzeichnis der belasteten und sanierten Gebäude und Wohnungen unerlässlich.

Im Falle des Märkischen Viertels erwarten wir einen umfassenden Bericht von Senator Müller an das Abgeordnetenhaus. Aus diesem muss hervorgehen, welche Häuser belastet sind, welche asbesthaltigen Bauteile verwendet wurden und wie der verbindliche Fahrplan für das weitere Vorgehen des Senats aussieht.

Am Beispiel des Märkischen Viertels wird deutlich, wie schwierig die Situation schon bei großen landeseigenen Wohnungsunternehmen ist. Völlig blank ist der Senat bisher bei allen privaten Wohnungsbeständen. Darum kümmert er sich gar nicht. Auch das muss Senator Müller endlich anpacken.

2 replies on “Asbest – Senat muss endlich aufklären”

  1. Michaela Schroeder sagt:

    Mein 45jähriger Bruder ist elendig am Mesotheliom (Asbestkrebs) im März 2014 gestorben. Er ist von 1971-1992 im Märkischen Viertel aufgewachsen und hat bei Schering gelernt. Dies sind alles asbestbelastete Umgebungen. Er hat nicht geraucht und nicht auf dem Bau gearbeitet. Er hinterläßt 2 schulpflichtige Kinder. Vielleicht sollte man mal der Öffentlichkeit und den Richtern den Verlauf einer Mesotheliom-Erkrankung erklären; d.h. halbe Lunge raus, Herz im Goretex-Beutel ( wenn Sie noch jung genug sind diese OP zu überleben) und 12 Monate Schmerzmittelabhänigkeit mit niemals wirkender Chemo und anschließendem Tod.
    Traurig aber wahr…MFG Michaela Schröder

  2. Ralph Pfeffer sagt:

    Kaum zu glauben, dass nach beinahe 20 Jahren Asbestverbot immer noch so träge saniert wird. Je länger (auch geringe) Konzentrationen auf den Menschen einwirken, desto schlimmer wirds…

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