Mietpreisbremse in 3 Minuten einfach erklärt

Und zum nachlesen:Die Mietpreisbremse. Deutsche Großstädte platzen aus allen Nähten. Wer Teil des bunten Trubels werden möchte und keinen Goldesel besitzt, braucht jedoch Nerven aus Drahtseilen: Eine bezahlbare Mietwohnung zu finden, gleicht in manchen Städten der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und die Mieten steigen immer weiter: In den 100 größten Städten zahlten Mieter im Jahr 2012 im Schnitt elf Prozent mehr pro Quadratmeter als im Jahr 2005. Dazu kommen die Kosten für den Makler. Personen mit geringem oder normalem Einkommen können sich die Stadt oft nicht mehr leisten.

Deshalb soll der Anstieg der Mieten auf angespannten Wohnungsmärkten ab dem Jahr 2015 gebremst werden – mit Hilfe der Mietpreisbremse. Wenn ein Vermieter in Zukunft seine Wohnung vermietet, darf die Miete höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Das heißt: Maximal 10% teurer als Wohnungen in ähnlicher Lage und mit vergleichbarer Größe. Wie hoch die Vergleichsmiete ist, können Vermieter und Mieter über den Mietspiegel der Stadt erfahren. Den findet man zum Beispiel auf der Homepage der Stadt.

Aber: Der Mietspiegel gibt nicht den tatsächlichen Durchschnittspreis an, weil er nicht alle Wohnungen berücksichtigt, sondern nur die, deren Miete in den letzten vier Jahren verändert – also in den meisten Fällen angehoben – wurde. Noch dazu gibt es einige Ausnahmen: Bei der Erstvermietung von Wohnungen in Neubauten greift die Mietpreisbremse nicht. Auch wenn ein Vermieter seine Wohnung umfangreich modernisiert, muss er sich nicht am Mietspiegel orientieren. Und: Vermieter dürfen für ihre Wohnung auch weiterhin immer mindestens den Preis verlangen, den die Vormieter gezahlt haben – egal, wie hoch der ist.

Gleichzeitig führt die Mietpreisbremse das Bestellerprinzip ein. Bestellerprinzip? Genau: Wer bestellt, der bezahlt. Im Falle von Mietwohnungen heißt das zum Beispiel: Wenn der Vermieter einen Makler beauftragt, muss er ihn auch bezahlen.

Also: Die Mietpreisbremse entlastet geplagte Wohnungssuchende und Mieter – Maklerprovisionen bleiben ihnen erspart und die Mieten können nicht mehr ungebremst durch die Decke schießen. Doch: Die Mietpreise in Städten sind bereits heute sehr hoch – deshalb können sich viele schon jetzt keine Wohnung in der Stadt leisten und daran ändert auch die Mietpreisbremse nichts. Noch dazu besteht die Gefahr, dass die Ausnahmeregelung bei Erstvermietungen dazu führt, dass Erstmieten stark ansteigen. Damit Städte also in Zukunft bunt und vielfältig bleiben, müssen wir nicht nur auf die Bremse drücken, sondern auch Gas geben – und weitere Lösungen finden!“