Mietspiegel darf nicht gefährdet werden – Mietsteigerungen sind kein Grund zur Entwarnung

Katrin SchmidbergerKatrin Schmidberger, mietenpolitische Sprecherin, und Andreas Otto, bau- und wohnpolitischer Sprecher, sagen zum Mietspiegel 2015:

Andreas OttoDer Senat hat die Aufgabe, dass der Berliner Mietspiegel die Grundlage für die meisten Mietverhältnisse in der Stadt bleibt. Dafür müssen Zweifel an der Auswertungspraxis und der Rechtssicherheit ausgeräumt werden. Der Senat muss sich im Bund für eine neue Richtlinie zur Mietspiegelerstellung einsetzen, um die Methodik und vor allem die Repräsentanz der Erhebung zu
verbessern. Bisher bilden Mietspiegel nur einen Teil des Mietwohnungsmarktes ab, nämlich solche Verträge, die sich in den letzten vier Jahren verändert haben. Wir Grüne wollen diesen Zeitraum auf zehn Jahre ausdehnen.

Der Mietspiegel 2015 ist noch kein Grund zur Entwarnung. Die Mietsteigerungen sind zwar weniger hoch als befürchtet. Jedoch steigen die Mieten in Berlin immer noch schneller als die Reallöhne in unserer Stadt. Gleichwohl sind die Steigerungen auch deshalb moderater ausgefallen, weil viele Menschen aufgrund des geringen Angebots an bezahlbarem Wohnraum immer seltener umziehen.

Der Senat muss insbesondere dafür Sorge tragen, dass es in unserer Stadt genug Wohnungen gibt, die sich Menschen mit geringem Einkommen leisten können. Bisher sieht Rot-Schwarz leider oft zu, wie kostengünstiger Wohnraum verschwindet. Die hohen Mieten im Neubau können die meisten Berlinerinnen und Berliner nicht bezahlen.