Howogate überall?

howogeWas uns der “Fall Howoge” über Berliner Vergabepraxis und Controlling verrät

Die Howoge-Affäre war mit dem Rauswurf der beiden Geschäftsführer und dem Rückzug des SPD-Abgeordneten Hillenberg aus der  SPD-Fraktion im Prnizp entschlafen. Die personellen Konsequenzen ließen die Angelegenheit beendet erscheinen – strukturelle Probleme wurden in Ausschüssen und Verwaltungsrunden “versenkt” – will heißen das Auge der Öffentlichkeit war weitergewandert.

Nun sind durch Recherchen der Berliner Tagespresse neue Vorwürfe offenbar geworden. Hier spielt die Causa Hillenberg nur noch eine Rolle unter vielen. Die angeblichen Stückelungen von Aufträgen, die fehlenden Ausschreibungen, die Praxis freihändiger Vergabe – das sind strukturelle Fragen. Diese sind bislang nicht so geklärt, als dass eine Wiederholung für die Zukunft ausgeschlossen oder zumindest unwahrscheinlicher erscheint.

Auch erscheinen die Vorgänge rund um “Howogate” nicht derart ungewöhnlich, als dass sie auf die Howoge beschränkt sein müsste. Es stellt sich die Frage, wie bei den vielen Sanierungen, Neubauten, Umgestaltungen bei den anderen Wohnungsbaugesellschaften verfahren wurde. Und wie eigentlich das Controlling durch die Senatsbauverwaltung (nicht) funktioniert…

Berliner Zeitung, 23.3.2010: “Ein Fall für die Staatsanwaltschaft” * Tagesspiegel, 23.3.2010: “Howoge-Geschäfte werfen neue Fragen auf” und “Mangel an Moral” * Morgenpost, 23.3.2010: “Affäre um Howoge-Auftragsvergabe weitet sich aus”