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GSW Gebäude freie Arbeit

Zur angestrebte Übernahme der Deutsche Wohnen durch die VONOVIA

Andreas Otto…und den Auswirkungen in und auf Berlin, ein Kommentar von Andreas Otto:

  • Jede kreditfinanzierte Übernahme erzeugt einen Schuldenberg, der bei Wohnungsunternehmen letztlich von den Mietern refinanziert werden muss. Der Schuldendienst verbraucht Gelder, die dann für andere Zwecke, etwa für die Instandsetzung, fehlen.
  • Der Unternehmenssitz der VONOVIA ist Bochum und soll dort auch bleiben. Insofern besteht die Gefahr, dass für Berlin Steuereinnahmen aus den Unternehmenssteuern verloren gehen.
  • Beim Verkauf der GSW (heute Teilgesellschaft der Deutsche Wohnen) durch das Land Berlin wurde der Unternehmenssitz in Berlin langfristig vereinbart. Das hatte u.a. Arbeitsplatzüberlegungen zum Ziel. Diese Vereinbarung dürfte hinfällig werden.
  • Die Übernahme der Deutsche Wohnen via Aktientausch ist ein sogenannter Share-Deal. Diese Konstruktion dient u.a. der Vermeidung von Grunderwerbssteuern.
  • Die Deutsche Wohnen hat in der Vergangenheit einen Teil ihrer Bestände ordentlich saniert. Die VONOVIA hat in der Beziehung einen deutlich schlechteren Ruf.
  • Der Trend zu immer größeren Immobilienplayern verstärkt das Ungleichgewicht zwischen Vermietern und Mietern bei Vertragsverhandlungen und rechtlichen Auseinandersetzungen. Gegen große Rechtsabteilungen ist der Widerstand z.B. bei unberechtigten Mieterhöhungen ungleich schwerer. Diesem Umstand muss der Gesetzgeber Rechnung tragen und das Mietrecht besser machen. Das betrifft sichere Regeln zum Aufbau von Mietspiegeln oder auch eine Mietpreisbremse, die nicht von Ausnahmen durchlöchert ist.
WMR_2014_DE_Titel

Berliner Mieten steigen um 7%, Kaufpreise um 9%

WMR_2014_DE_TitelWohnmarktReport Berlin 2014
Die GSW und CBRE haben ihren jährlichen WohnmarktReport für Berlin veröffentlicht.

Vorab ein paar Zahlen die der Bericht für die Berlinerinnen und Berliner ausweißt:

  • Mieten steigen erneut (Angebotsmieten im Mittel 8,02 €/m²)
  • Kaufpreise steigen erneut (Eigentumswohnungen durchschnittlich 2.474 €/m² angeboten +9,6%; Mehrfamilienhäuser für 1.472 €/m² +9,1%)
  • Berliner Bevölkerung wächst (ca. 50.000 Bewohner / über 20.000 neue Haushalte)

Mehr im gibt es im Report:

Download (PDF, Unknown)

GSW Gebäude freie Arbeit

Was wird werden, GSW?

GSW Gebäude freie ArbeitWo steuert sie hin, die GSW?

Neue Unruhe ist da. Nach dem Verkauf der einst Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft und nach dem Börsengang, kommt nun das Übernahmeangebot der Deutschen Wohnen.

Die ebenfalls an der Börse notierte Deutsche Wohnen (in Berlin z.B. durch die Hufeisensiedlung bekannt) will die GSW kaufen. 1,7 Milliarden Euro ist ihr das wert. DWlogoNun sind die Sorgen groß, waren die Konsequenzen solcher Paketverkäufe doch stets spürbar – um nicht zu sagen schmerzhaft. Lukas Siebenkotten Direktor des Deutschen Mieterbundes fasste die Befürchtungen zusammen. „Wir müssen damit rechnen, dass Synergieeffekte, die erzielt werden sollen, auch dazu führen, dass Instandhaltung zurückgefahren wird, dass Ansprechpartner weiter wegrücken und das ganze Verfahren auch für die Mieter komplizierter wird.“ Auch bei den Mieten erwartet der Mieterbund: wei­ter­le­sen →

Andreas Otto

Senat hat keinen Plan zur Asbestsanierung

Andreas OttoAndreas Otto, Sprecher für Bauen und Wohnen, sagt anlässlich der Beantwortung einer kleinen Anfrage zum Thema Asbest in Berliner Gebäuden:

Der Senat hat keinen Überblick über die Asbestbelastung der Berliner Wohnungen. Wir fordern eine Bestandsaufnahme der betroffenen Häuser, ein Schadstoffkataster und vor allem einen langfristigen Sanierungsfahrplan für den Berliner Gebäudebestand.

Der Senat hat offenbar nur Informationen zur Asbestbelastung von Wohngebäuden, die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften gehören. Die 48 000 Wohnungen mit mutmaßlich asbesthaltigen Fußbodenplatten sind aber nur ein Teil der Wohnungen, die ein Gefahrenpotential aufweisen können. Über private Wohnungen weiß der Senat offenbar nichts. Nicht einmal die durch rot-rot verkauften 10 000 Wohnungen der GSW, die im Jahre 2000 noch als belastet eingestuft wurden, werden erwähnt.

Der Senat macht es sich zu leicht mit dem Hinweis, private Eigentümer sollten sich sachkundig machen und die Mieterschaft informieren.

Auch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften haben ihre Mieterschaft erst nach mehreren Gerichtsurteilen über Asbestgefahren informiert. Das ist kein gutes Vorbild.

Der Senat muss handeln und selbst aktiv werden. Die Gesundheitsgefahren durch Asbest in Wohngebäuden müssen langfristig beseitigt werden. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme, die sich nicht auf die landeseigenen Wohnungen beschränken darf.

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