Tag Archives: Stachlige ARGUMENTE

Wohnungspolitik-in-der-Stagflation

Wohnungspolitik in der Stagflation – Der Senat muss handeln

Wohnungspolitik-in-der-StagflationSteigende Einwohnerzahlen, steigende Mieten, Politik im Stillstand: Und über allem schwebt das Damoklesschwert der Immobilienblase. Ja, wir brauchen mehr Wohnungen in Berlin und nicht nur, sondern auch Neubau.

Ob überhaupt Neubau nötig ist oder nicht, darüber wurde lange diskutiert, mittlerweile besteht breiter Konsens in der Frage des Neubaus von Wohnungen. Nur von was für Wohnungen sprechen wir eigentlich? Große? Kleine? Dieses wichtige und entscheidende Detail fällt bei der Debatte oft hinten runter und wie hoch sollen die Mieten dieser Wohnungen eigentlich sein? Und wo sollen Sie hin?

Um das wirtschaftlich attraktive Feld des Hochpreissegmentes werden sich Private von selbst, um nicht zu sagen intensiv, bemühen. Auch wenn die schwindelerregenden Preise rational nur schwer zu rechtfertigen sind und der Grad von Spekulation zur Immobilienblase bereits überschritten scheint. Wehren wird man sich dagegen kaum können, aber man kann es – auch von Berlin aus – lenken. Mit Bebauungsplänen, mit Erhaltungssatzungen (Milieuschutz) und auch mit der Auswahl von Sanierungsgebieten, insbesondere den Sanierungszielen.

Berlin muss sich sorgen um die soziale Durchmischung der Stadt und bezahlbare Mieten. Mehr noch: Handeln ist gefragt. Dabei richtet sich der Blick viel zu sehr auf die Bundespolitik. Wann ändert der Bundestag endlich das Mietrecht, wann kommt die Mietpreisbremse, was ist mit dem Bestellerprinzip, der Modernisierungsumlage, und, und,… und die Jahre ziehen ins Land – und die BerlinerInnen warten, dass sich endlich mal was tut. wei­ter­le­sen →

187_argumente_cover

Ärger mit der Miete – Heute nicht besser als vor 150 Jahren?

187_argumente_cover

Wer kennt ihn nicht, den alten Satz: „Wer aus der Geschichte nicht lernt, der ist dazu verdammt sie zu wiederholen.“ Auch aus der Geschichte der Wohnungswirtschaft können wir einiges lernen. Mietsteigerungen, Wohnungsmangel und Spekulation sind schließlich keine Phänomene unserer Zeit. Nein, sie kamen immer wieder und Berlin stand immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens.

So führte die Spekulation mit Grund und Boden nach dem Deutsch-Französischen Krieg dazu, dass die Grundstückspreise explodierten und in dessen Folge auch die Mieten. Eines der Zentren dieser Spekulation war Berlin (bzw. das Gebiet des heutigen Berlins). Diese Steigerungen, die insbesondere von viele Berliner Arbeiterfamilien nicht mehr bezahlt werden konnte, drängte Tausende von ihnen über Nacht in die Obdachlosigkeit.

Wegen dieser Entwicklung bildeten sich Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Gruppierungen von Akteuren, die für den Bau von Wohnungen für breitere Schichten der Bevölkerung eintraten. Sie wollten mit einem nicht-gewinnorientierten Wohnungsbau, einen – wir würden heute sagen – Sozialen Wohnungsbau schaffen. Die Idee der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften mit freiwillig übernommenen Bindungen war geboren. Das erste gemeinnützige Wohnungsunternehmen war eine Baugenossenschaft, die der Sozialreformer Viktor Aimé Huber 1847 in Berlin gegründete. wei­ter­le­sen →